von Annegret
Seit drei Monaten habe ich nun konsequent meine Listen gemacht. Hier ein kleines Resumée:
Am Anfang fiel es mir nicht leicht, mich an die Regelmäßigkeit mit der ich die Listen erstellen muss zu gewöhnen. Immer wieder habe ich mich anfangs regelrecht "aufraffen" müssen, um die notwendige Anzahl an täglichen Listen auch tatsächlich zu erhalten. Meine Kinder waren mir da eine gute Unterstützung. Ich habe sie jeden Tag gebeten, mit mir zusammen zu ihren Schulthemen Stadt-Land-Fluss bzw. das "Ein-Kategorien-Spiel" zu spielen. Damit hatte ich die ad hoc-Listen schon mal abgearbeitet. Schwieriger war es mit den Listen zu meinen Kernthemen. Das Unterbewusstsein kann schon störrisch sein!
Irgendwann kam mir dann folgende Analogie in den Sinn: Wenn ich krank bin und zum Arzt gehe, dann verschreibt er mir in der Regel ein oder mehrere Medikamente, die ich nach Anweisung - Anzahl/Tag, Einnahme vor oder nach dem Essen, usw. - einzunehmen habe. Es leuchtet mir völlig ein, dass, wenn ich wieder gesund werden will, ich mich an diese ärztlichen Anweisungen halten sollte. Und in der Regel klappt beides ohne irgendwelche Schwierigkeiten: ich nehme die Medikamente wie verordnet und werde wieder gesund. Diesen Umstand habe ich nun auf mein Gehirn übertragen. Was, wenn bestimmte Funktionen in meinem Gehirn im Augenblick nicht richtig funktionieren, z.B. das Assoziationsvermögen? Was, wenn das Genialitätstraining das "Antibiotikum" gegen die Verursacher dieser "Störung" wäre? Dann habe ich die Zeit gemessen, die es dauert, ein Medikament aus der Packung zu nehmen, ein Glas aus dem Schrank zu holen, dieses mit Wasser zu füllen und das Medikament mit Wasser einzunehmen. Ihr werdet es ahnen, es waren minimum 90 Sekunden - der Weg zum Medizinschrank und wieder zurück zum Arbeitsplatz zählt natürlich mit!
Von diesem Zeitpunkt an habe ich das Training als ärztliche Therapie betrachtet, die lebenswichtig ist und ab da hat es funktioniert.
Ich erstelle meine Listen - inzwischen sind es minimum 5 bis 8 Stück am Tag - zwar auch am PC aber hauptsächlich mit Hilfe meines Diktiergerätes. Damit ich das ABC immer vor Augen habe, male ich mir täglich eins auf den Unterarm :-)) Jetzt im Winter ist das überhaupt kein Problem, da ich immer langärmlige Kleidung trage. Im Sommer werde ich mir ein klitzekleines ABC für die Hosentasche basteln.
Nun zu den Effekten: Ich merke, wie ich ständig aufmerksamer durch meinen Alltag laufe, da ich immer auf der Suche nach einem ad-hoc-Thema für meine nächste Liste bin. Da ich inzwischen auch den Sokrates-Check immer einbaue, wächst in mir ein unbändiges Bedürfnis nach Wissen bzw. Lernen. Das habe ich in der Schule nie erlebt. Fächer, die mich damals eher angödet haben - Chemie, Mathe, Geschichte - finde ich inzwischen super interessant und würde mich am liebsten stundenlang in sie vertiefen. Ich stelle aber auch fest, dass es mir wesentlich leichter fällt zu assoziieren. Manchmal bin ich selber überrascht, welche Gedanken während Gesprächen in mir auftauchen. Ich würde dem wahrscheinlich nicht allzu große Bedeutung beimessen, wenn ich nicht in den Augen meines Gegenübers auch Verwunderung feststellen würde. Sie merken es also auch!!!! Sie wissen aber wahrscheinlich nicht, was sie die Augenbrauen hochziehen lässt (hihi!).
Inzwischen entsteht in mir eine "Medikamenten-Sucht". Mein Unterbewusstes stellt mir weit häufer als nötig die Frage: Haben wir zu diesem Thema heute schon mal nachgedacht? Und dann quatsche ich mal wieder kurz mit meinem Diktiergerät. Ich glaube, Joggern geht es ähnlich. Ab einem bestimmten Zeitpunkt bekommt man ein schlechtes Gewissen, wenn man mal nicht joggen konnte, auch wenn man das Versäumnis selber nicht verschuldet hat.
Das ist - so würde ich vermuten - auf einen Mangel an Glückshormonen zurückzuführen, die ja sowohl beim Sport, als auch bei denkerischen Prozessen (Probleme lösen) ausgelschüttet werden.
So! Ich hoffe, Ihr könnt meine Gedankengänge nachvollziehen und bestätigen.
Ich wünsche Euch auf jeden Fall die gleiche Erfahrungen
Liebe Grüße
Annegret
Annegret K. - 5. März, 07:41
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